ZP10

Konzeptionelle Mängel, wohin man schaut

In diesem Schuljahr habe ich erstmals eine 10. Klasse in Mathematik im Unterricht und mein Blick richtet sich allmählich auf die bevorstehende Abschlussarbeit, die sogenannte Zentrale Prüfung am Ende der Jahrgangsstufe 10, kurz: ZP10.

Schon bei der Einführung wunderten wir uns im Kollegium über das sogenannte Bonuszeit-Konzept (ich habe in „Das geniale Bonuszeit-Konzept“ darüber berichtet), welches so überflüssig wie kompliziert ist.

In diesem Schuljahr findet die ZP10 in Mathematik am 28. Mai statt, was im Vergleich zu den Terminen der ZP10-Prüfungen in Deutsch und Englisch eher spät, im Hinblick auf den Beginn der Sommerferien, die am 20. Juli anfangen, ziemlich früh ist. Tatsächlich folgt nach der Prüfung noch ein gutes Drittel des gesamten Mathematik-Stundenkontigents des laufenden Schulhalbjahrs.
Und dennoch ist nach offiziellen Vorgaben der komplette Inhalt des Kernlehrplans prüfungsrelevant.

Bei meinen Schülern stieß dieser Gegensatz nicht gerade auf Begeisterung. Andererseits war das veranschlagte Prüfungsniveau in den letzten Jahren dermaßen niedrig, dass die ZP10 unseren Schülern ganz überwiegend gute bis sehr gute mathematische Leistungen attestierte, auch wenn diese solche weder vorher zeigten, noch im darauffolgenden Schuljahr replizieren konnten.

Auch der Termin für die Notenbekanntgabe der Schuljahresendnoten ist zentral geregelt und ist auch in diesem Schuljahr mit dem 16.6. viel zu früh datiert. Denn bis zu den Zeugnissen bleibt dann noch mehr als ein ganzer Monat, der keinerlei Relevanz für das Zeugnis mehr hat, was nach Aussagen von Kollegen einen verheerenden Effekt auf die Teilnahmebereitschaft insbesondere jener Schüler hat, deren Motivation eher extrinsischer Art ist – was im Fach Mathematik gerüchteweise ja gelegentlich vorkommen mag.

Eine Kollegin schilderte mir, jene Stunden seien die anstrengendsten gewesen, die sie je zu unterrichten hatte…

Ich freue mich schon!

Küchendienst

Küchendienst

Gedanken zum WG-Feeling im Lehrerzimmer

Neulich saß ich während einer Freistunde im Lehrerzimmer, vertieft in Unterrichtsvorbereitungen für meine Sechstklässler, als mich eine Kollegin ansprach und darauf hinwies, dass ich für diese Woche zum Küchendienst eingeteilt war. Beflissen ließ ich mein Notebook stehen, trottete in die Küchenecke und begann damit, die Spülmaschine auszuräumen.

Ich hätte in der Zeit auch meinen Unterricht gut vorbereiten können – aber hey, wozu gibt es das Schulbuch?

Früher übernahm eine bezahlte Reinigungskraft die Pflege der Küche, damit die Lehrkräfte unserer Institution sich auf ihre Kerntätigkeiten konzentrieren konnten – aber das war wohl zu teuer.

Man kann argumentieren, dass es nur recht und billig ist, wenn die Lehrkräfte die nur von ihnen genutzte Küche auch selbst in Schuss halten, wenn auch meines Wissens dies in der freien Wirtschaft so eher nicht gehandhabt wird. Im Bildungswesen gelten aufgrund der knappen finanziellen Mittel andere Maßstäbe. Wobei mir da noch ein prima Einspar-Vorschlag in den Sinn kommt: Die Lehrertoiletten werden doch auch nur von den Lehrern verwendet…