Der langfristige Effekt des Informatik-Unterrichts in der Erprobungsstufe
Die diesjährigen Informatik-Differenzierungs-Kurse in der 9. Jahrgangsstufe sind bei uns die ersten, die im Vergleich zu den Vorjahrgängen allesamt das Pflichtfach Informatik (hier die damalige Pressemitteilung vom MSB) in der Erprobungsstufe, also in den Klassen 5 und 6, durchlaufen hatten. (Ich hatte bereits hier darüber geschrieben.) Somit haben sämtliche Teilnehmer Vorkenntnisse und Erfahrungen im Umgang mit Computern, die man bei unseren Schülern vorher nicht erwarten konnten. Andererseits lag dieser Informatik-Unterricht bereits wieder einige Jahre zurück. Wie würde sich das auf den Informatik-Unterricht auswirken?
Wie ich mich erinnere, begann ich den Kurs im August aufgrund dessen mit einer gewissen Nervosität. Würde es auf den Versuch hinauslaufen, dass ich den Schülern Dinge erklären versuchte, die diese schon längst kannten, um dann als Reaktion mühsam undrücktes Gähnen zu ernten? Würden sie ob des geringen Niveaus belustigt miteinander tuscheln, wenn ich meine Unterrichtsmaterialien nicht umfassend überarbeiten würde? Ich teilte ihnen daher vorsichtshalber gleich mit, dass ich häufiger nachfragen würde, ob sie dieses oder jene schon könnten und wir ggf. manche Aspekte des alten Curriculums schneller durchlaufen, wenn nicht gleich ganz überspringen würden…
Nun, da sich das erste Halbjahr dem Ende entgegenneigt, ist es an der Zeit, Bilanz zu ziehen: Was musste ich im Vergleich zum Vorjahr ändern, kürzen oder weglassen?
Antwort: Nichts!
Zwei Jahre Informatik-Unterricht in der fünften und sechsten Klasse haben absolut gar nichts geändert. Natürlich kann ich nicht ausschließen, dass dies eher der Handvoll Kursteilnehmern geschuldet ist (es sind ja bloß 24 Schüler). Aber aus meiner Perspektive deutet nicht darauf hin, weshalb ich nicht umhinkomme, hier einen dieser berüchtigten Fadeout-Effekte zu wittern, bei denen sich Auswirkungen von Maßnahmen nach einer gewissen Zeitspanne nicht mehr nachweisen lassen – was deren Zweckmäßigkeit somit fraglich erscheinen lässt – und die im Bildungsbereich anscheinend nicht allzu ungewöhnlich sind. Gut gemeint ist eben nicht unbedingt gut gemacht.



